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Venezuela erschüttert

Zwei gewaltige Erdbeben in nur 39 Sekunden, eine Nation im Ausnahmezustand

Es begann mit einem Grollen. Dann bebte die Erde. Und bevor die Menschen überhaupt begriffen hatten, was geschah, schlug die Natur ein zweites Mal zu, noch heftiger als zuvor.


Am 24. Juni wurde Venezuela von einer der außergewöhnlichsten Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte heimgesucht. Zwei schwere Erdbeben der Magnitude 7,2 und 7,5 erschütterten den Norden des Landes – getrennt durch gerade einmal 39 Sekunden.


Was Seismologen als ein seltenes „Erdbeben-Doublet“ bezeichnen, bedeutete für Hunderttausende Menschen den blanken Albtraum.

Sekunden, die alles veränderten

Als das erste Beben einsetzte, schwankten Häuser, Straßen rissen auf und Menschen stürmten panisch ins Freie.

Doch während viele glaubten, das Schlimmste überstanden zu haben, folgte keine Entwarnung.


Nur 39 Sekunden später erschütterte ein noch stärkeres Beben das Land.


Gebäude, die dem ersten Erdstoß standgehalten hatten, stürzten nun ein. Fensterscheiben zerbarsten, Stromnetze fielen aus und ganze Straßenzüge versanken in Chaos und Staub. Besonders schwer betroffen waren Regionen rund um Caracas und La Guaira.

Rettungskräfte kämpfen gegen die Zeit

Noch immer suchen Einsatzkräfte in den Trümmern nach Überlebenden. Die Zahl der Todesopfer und Verletzten steigt weiter, während Angehörige verzweifelt auf Nachrichten von Vermissten warten.

Krankenhäuser arbeiten an ihrer Belastungsgrenze. Tausende Menschen haben ihre Wohnungen verloren und verbringen die Nächte im Freien, aus Angst vor weiteren Nachbeben.

Die venezolanische Regierung rief den Ausnahmezustand aus, internationale Hilfe wurde angefordert.

Warum dieses Erdbeben so außergewöhnlich ist

Normalerweise folgt auf ein großes Erdbeben eine Reihe kleinerer Nachbeben.

In Venezuela geschah jedoch etwas deutlich Selteneres.

Das erste starke Beben löste offenbar innerhalb weniger Sekunden eine benachbarte Störungszone aus. Dadurch entstand ein zweites, sogar noch stärkeres Hauptbeben.

Ein solches Ereignis wird in der Seismologie als „Doublet“ bezeichnet, zwei nahezu gleich starke Hauptbeben in unmittelbarer zeitlicher und räumlicher Nähe.

Solche Ereignisse sind selten und stellen selbst erfahrene Erdbebenforscher vor spannende wissenschaftliche Fragen.

Steht die Welt vor einer neuen Erdbebenserie?

Fast zeitgleich wurden auch aus anderen Teilen der Erde, unter anderem aus Japan und Kalifornien, stärkere Erdbeben gemeldet.

Das sorgt weltweit für Spekulationen.

Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand gibt es jedoch keine Hinweise, dass diese Ereignisse direkt miteinander verbunden sind. Sie ereigneten sich an unterschiedlichen Plattengrenzen und gelten als unabhängige tektonische Prozesse.

Die Kraft der Erde bleibt unberechenbar

Innerhalb von nur 39 Sekunden wurde aus einem schweren Erdbeben eine nationale Katastrophe.


Für die Menschen in Venezuela zählt jetzt nicht die wissenschaftliche Erklärung, sondern Hoffnung, Hoffnung, dass noch Überlebende gefunden werden, Hoffnung auf internationale Unterstützung und Hoffnung auf einen Neuanfang nach einer Tragödie, die das Land noch lange beschäftigen wird.


Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen und den unermüdlichen Helfern, die unter schwierigsten Bedingungen Leben retten.

Spendenkonto des Österreichischen Roten Kreuz

IBAN  AT57 2011 1400 1440 0144

BIC GIBAATWWXXX 

Kennwort: Erdbeben Venezuela 

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