Ein neuer EU-Status, den es in den Verträgen gar nicht gibt. Mitgliedstaaten, die offenbar nicht vorab informiert waren. Ein kanadischer Premier, der begeistert zugreift. Und ein US-Präsident, der von einem möglichen „feindseligen Akt“ spricht und mit massiven Zöllen droht.
Was Ursula von der Leyen am Mittwoch in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union angekündigt hat, könnte weitreichender sein, als es auf den ersten Blick aussieht.
Sie will Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der Europäischen Union machen.
Von der Leyen begründet den Vorstoß mit den gemeinsamen Werten und Interessen Europas und Kanadas. Vertieft werden sollen unter anderem die Zusammenarbeit bei Verteidigung, Energie, Technologie, kritischen Rohstoffen, der Arktis und wirtschaftlicher Sicherheit. (Reuters)
Kanadas Premierminister Mark Carney zeigte sich offen für den Vorschlag. Er betonte, engere Beziehungen zu Europa könnten Kanada helfen, seine Märkte und seine Souveränität abzusichern. (ABC News)
Doch hinter der freundlichen Botschaft verbirgt sich eine Reihe höchst interessanter Fragen.