Eine Europäische Union, die von den Mitgliedstaaten finanziert wird, bleibt auf die politische Zustimmung ihrer Mitgliedstaaten angewiesen.
Eine Europäische Union mit immer umfangreicheren eigenen Einnahmequellen entwickelt dagegen eine wesentlich größere finanzielle Eigenständigkeit.
Und genau das ist keine Nebensächlichkeit.
Es geht um Macht.
Denn:
Wer über das Geld verfügt, verfügt über politischen Handlungsspielraum.
Deshalb sollte die Diskussion über den EU-Haushalt nicht bei zwei Billionen Euro enden.
Sie muss bei der grundsätzlichen Frage beginnen:
Soll die Europäische Union künftig selbst immer mehr Geld von Bürgern und Unternehmen einheben können, oder soll sie weiterhin auf die finanziellen Entscheidungen der souveränen Mitgliedstaaten angewiesen bleiben?
Meine Antwort darauf ist eindeutig:
Nein zur europäischen Steuerunion durch die Hintertür.
Wenn Brüssel mehr Geld braucht, soll Brüssel zuerst erklären, wofür es das Geld benötigt.
Und anschließend sollen die Mitgliedstaaten entscheiden, ob sie es bereitstellen.
Denn eines sollte in einer Demokratie niemals vergessen werden:
Wer das Geld der Bürger ausgibt, muss auch vor den Bürgern dafür geradestehen.
Und genau diese Verantwortung darf nicht schleichend von den nationalen Parlamenten nach Brüssel verschoben werden.