Noch ist es deshalb zu früh, von einer bevorstehenden deutschen Gasmangellage zu sprechen.
Die Bundesnetzagentur sieht aktuell keine akute Versorgungskrise. Gleichzeitig zeigen die Berechnungen von INES, dass Deutschland mit einer außergewöhnlich niedrigen Speicherbasis in den Winter gehen könnte und ein sehr kalter Winter damit zu einem erheblichen Belastungstest würde. (Energien Speichern)
Und über allem steht die geopolitische Entwicklung.
Solange die Straße von Hormus nicht zuverlässig für LNG-Transporte zur Verfügung steht, bleibt der internationale Gasmarkt angespannt. QatarEnergy hat Lieferausfälle bereits bis in den November hinein verlängert. (euronews)
Damit könnte sich in den kommenden Monaten eine bemerkenswerte Situation entwickeln:
Deutschland braucht Gas.
Europa braucht Gas.
Asien braucht Gas.
Und gleichzeitig ist ein Teil der global wichtigsten LNG-Versorgungskette unterbrochen.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht:
> **„Wann ist Deutschland ohne Gas?“**
Sondern:
> **„Wann wird aus der geopolitischen Verknappung ein Preis- und Versorgungsproblem, das die deutsche Industrie nicht mehr ignorieren kann?“**
Die Antwort darauf wird wahrscheinlich nicht an einem einzigen Tag fallen.
Sie wird sich über Speicherstände, Wetter, LNG-Lieferungen und Preise ankündigen.
Und der eigentliche Stresstest beginnt erst, wenn der Winter kommt.