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Was läuft zwischen Washington und Moskau?

Die geheimnisvolle Spur vom CIA\-Chef zum Kreml

Artikel vom 07. Sept. 2026
Ein CIA-Direktor reist überraschend nach Moskau. Wenige Tage später sitzen Trumps Sondergesandte stundenlang mit Wladimir Putin im Kreml. Danach geht es weiter nach Kiew. Zufall, oder steckt dahinter ein größerer Plan?

In der europäischen Politik wird derzeit viel über Waffen, Sanktionen und weitere Unterstützung für die Ukraine gesprochen. Gleichzeitig scheint sich hinter den Kulissen etwas zu bewegen, das wesentlich interessanter sein könnte.

Denn während Europa weiterhin um seine Rolle ringt, haben die USA offenbar einen eigenen, direkten Gesprächskanal zu Moskau aufgebaut.

Und die Abfolge der Ereignisse ist bemerkenswert.

25. August: Der CIA-Chef landet in Moskau

Am 25. August 2026 tauchte CIA-Direktor John Ratcliffe überraschend in Moskau auf.

Eine Reise, die nicht gerade zum normalen diplomatischen Tagesgeschäft gehört.

Der Besuch war zunächst nicht angekündigt worden. Ratcliffe führte Gespräche mit hochrangigen Vertretern der russischen Sicherheits- und Nachrichtendienststrukturen. Nach übereinstimmenden Berichten ging es dabei unter anderem um den Krieg in der Ukraine und die Möglichkeiten, den festgefahrenen diplomatischen Prozess wieder in Bewegung zu bringen. (euronews⁠)

Besonders interessant ist, was anschließend bekannt wurde.

Nach Informationen von Axios soll Ratcliffe in Moskau sogar die Möglichkeit eines Dreiergipfels zwischen Donald Trump, Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj angesprochen haben.

Sollte das zutreffen, wäre das weit mehr als ein gewöhnlicher Geheimdienstkontakt.

Denn Geheimdienste haben in der internationalen Politik eine besondere Funktion: Dort kann man Dinge ausloten, ohne dass jede Äußerung sofort auf dem diplomatischen Parkett landen muss.

Man kann testen.

Man kann warnen.

Man kann Bedingungen abklopfen.

Und man kann herausfinden, ob die andere Seite überhaupt bereit ist, über einen Deal zu sprechen.

Dann kommen Witkoff und Kushner

Nur rund zehn Tage später folgt der nächste bemerkenswerte Schritt.

Am 5. September reisen Steve Witkoff und Jared Kushner nach Moskau und treffen Wladimir Putin persönlich.

Das Gespräch dauert mehr als drei Stunden.

Die russische Seite bezeichnet die Unterredung anschließend als konstruktiv, offen und nützlich. Konkrete Vereinbarungen werden allerdings nicht bekanntgegeben. Gleichzeitig wird über mögliche wirtschaftliche Projekte zwischen Russland und den USA gesprochen. (AP News⁠)

Auch die amerikanische Seite spricht von konkreten Plänen für die nächsten Schritte.

Und dann passiert etwas, das man sich genauer ansehen sollte:

Am nächsten Tag reisen Witkoff und Kushner weiter nach Kiew.

Moskau und Kiew werden also innerhalb kürzester Zeit von denselben amerikanischen Unterhändlern besucht.

Das wirkt zunehmend weniger wie spontane Diplomatie.

Es wirkt wie ein abgestimmter Prozess.

Vom Geheimdienstkanal zum politischen Verhandlungskanal?

Natürlich wäre es falsch, daraus bereits einen fertigen Friedensplan abzuleiten.

Dafür fehlen die Beweise.

Aber die zeitliche Abfolge lässt eine interessante Interpretation zu:

Ratcliffe sondiert Moskau.

Washington wertet die russische Reaktion aus.

Witkoff und Kushner übernehmen anschließend den politischen Teil.

Sie sprechen mit Putin.

Danach sprechen sie mit Selenskyj.

Und am 7. September erklärt der Kreml, Russland schließe eine Wiederaufnahme trilateraler Gespräche zwischen Russland, den USA und der Ukraine ausdrücklich nicht aus. Einen konkreten Termin oder Ort gebe es allerdings noch nicht. (Reuters⁠)

Das ist zwar noch kein Durchbruch.

Aber es ist eine bemerkenswerte Veränderung des politischen Tons.

Und wo bleibt Europa?

Hier wird es aus europäischer Sicht besonders interessant.

Denn wer sitzt eigentlich am Tisch?

Nicht Berlin.

Nicht Paris.

Nicht Brüssel.

Nicht London.

Sondern:

Washington – Moskau – Kiew.

Die Vereinigten Staaten versuchen offenbar, einen direkten Verhandlungskanal zwischen den entscheidenden Kriegsparteien und Russland wiederzubeleben.

Europa steht dabei zumindest in diesen Gesprächen nicht im Zentrum.

Das ist bemerkenswert, weil europäische Regierungen seit Beginn des Krieges immer wieder darauf bestanden haben, dass Entscheidungen über die Zukunft Europas nicht ohne Europa getroffen werden dürften.

Doch internationale Politik richtet sich letztlich nicht danach, wer gerne am Tisch sitzen möchte.

Sie richtet sich danach, wer tatsächlich miteinander spricht.

Der „Rote Saal“ und eine wichtige Korrektur

Gerade in sozialen Medien wird derzeit die Bezeichnung „Roter Saal“ des Kremls hervorgehoben und teilweise eine besondere protokollarische Bedeutung daraus abgeleitet.

Hier sollte man allerdings vorsichtig sein.

Die aktuellen Berichte und Bildbeschreibungen verorten das Treffen im Senatspalast des Kremls. Eine weitergehende Interpretation der Bezeichnung „Roter Saal“ sollte deshalb nicht als gesicherte Tatsache verkauft werden. (ABC News⁠)

Die eigentliche politische Symbolik liegt ohnehin woanders:

Putin empfängt die Männer, die Trump mit der Aufgabe betraut hat, den festgefahrenen Prozess wieder in Bewegung zu bringen und er nimmt sich dafür mehr als drei Stunden Zeit.

Das ist zumindest kein Zeichen dafür, dass Washington und Moskau aufgehört hätten, miteinander zu reden.

Im Gegenteil.

Was könnte Trump vorhaben?

Hier beginnt zwangsläufig die Spekulation.

Eine mögliche Erklärung lautet:

Trump versucht, den Ukrainekrieg über einen direkten Deal zwischen den entscheidenden Akteuren zu beenden.

Dafür müsste Washington zunächst wissen, was Moskau tatsächlich akzeptieren würde.

Genau dafür könnte ein Gespräch wie jenes von Ratcliffe wichtig gewesen sein.

Der CIA-Chef muss keinen Friedensvertrag aushandeln.

Er könnte zunächst feststellen:

Wo liegen die roten Linien Moskaus?

Welche Zugeständnisse wären denkbar?

Welche Bedingungen wären für Putin überhaupt verhandelbar?

Und vor allem:

Gibt es eine Grundlage für ein persönliches Gespräch zwischen Trump und Putin – möglicherweise sogar gemeinsam mit Selenskyj?

Dass genau ein solches Dreiertreffen von Ratcliffe laut Axios ins Gespräch gebracht worden sein soll, macht die Geschichte besonders interessant.

Noch ist nichts entschieden

Man sollte sich allerdings davor hüten, aus diesen Vorgängen bereits einen bevorstehenden Frieden zu machen.

Die Differenzen zwischen Russland und der Ukraine sind weiterhin gewaltig.

Auch die Gespräche von Witkoff und Kushner in Moskau und Kiew brachten keinen öffentlich verkündeten Durchbruch. (The New Voice of Ukraine⁠)

Aber Diplomatie beginnt häufig lange bevor ein Vertrag unterschrieben wird.

Sie beginnt mit Gesprächen, die zunächst niemand öffentlich wahrnimmt.

Mit Botschaften.

Mit Sondierungen.

Mit Geheimdienstkontakten.

Mit Sondergesandten.

Und manchmal auch mit einem überraschenden Telefonat zwischen Staatschefs.

Die entscheidende Frage

Deshalb könnte die eigentlich spannende Frage derzeit nicht lauten:

„Hat Putin einem Friedensvertrag zugestimmt?“

Dafür gibt es keinerlei Beleg.

Die spannendere Frage lautet:

„Hat Washington nach Monaten des Stillstands einen Weg gefunden, Moskau wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen?“

Die Abfolge

Ratcliffe in Moskau → Witkoff und Kushner bei Putin → Weiterreise nach Kiew → mögliche Wiederaufnahme trilateraler Gespräche

spricht zumindest dafür, dass Washington daran arbeitet.

Und währenddessen könnte sich die geopolitische Realität weiter verändern:

Die USA reden mit Moskau.

Die USA reden mit Kiew.

Russland signalisiert Gesprächsbereitschaft.

Und Europa?

Europa diskutiert weiterhin darüber, welche Rolle es eigentlich spielen möchte.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte hinter den Bildern aus dem Kreml.

Nicht der Saal.

Nicht der Handschlag.

Sondern die Frage:

Wer sitzt am Ende tatsächlich am Tisch, wenn über das Ende dieses Krieges gesprochen wird?

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