Schon am 11. Juni 2026 hat die EZB ihre drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Hauptrefinanzierungssatz stieg auf 2,40 Prozent, der Einlagensatz auf 2,25 Prozent. Als wesentlichen Grund nannte die EZB den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Inflationsdruck. (European Central Bank)
Inzwischen ist die Sache noch interessanter geworden.
Eine aktuelle Analyse der EZB kommt zu dem Ergebnis, dass der Anstieg der Energieinflation zwischen Januar und Mai 2026 zu rund 90 Prozent auf negative Energieangebotsschocks zurückzuführen war. Die EZB spricht ausdrücklich von einer im Wesentlichen angebotsseitigen Geschichte. (European Central Bank)
Das ist eine wichtige Feststellung.
Denn ein Angebotsschock ist etwas anderes als eine überhitzte Nachfrage.
Wenn die Menschen plötzlich massenhaft mehr kaufen, Unternehmen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und die Wirtschaft boomt, kann eine Zinserhöhung die Nachfrage bremsen.
Aber was passiert, wenn Öl und Gas wegen geopolitischer Ereignisse teurer werden?
Dann kann die EZB den Ölpreis nicht senken.
Sie kann keine Pipeline bauen.
Sie kann keine Tanker durch die Straße von Hormus schicken.
Und sie kann auch keine zusätzlichen Kraftwerke ans Netz bringen.
Sie kann lediglich die finanziellen Bedingungen verschärfen.